(Pittsburgh Post-Gazette, January 21, 2016)
bilingual/zweisprachig
Friday, January 22, 2016
Sunday, January 17, 2016
Pittsburgh Symphony Orchestra
Ottorino Respighi: Belfagor, Overture for Orchestra
Philip Glass: Concerto No. 2 for Violin amd Orchestra
"The American Four Seasons"
"The American Four Seasons"
Ludwig van Beethoven: Symphony No. 6 in F major, op. 68
"Pastorale"
Tim Fain, violin
Christoph König. conductor
Pittsburgh Symphony Orchestra
Pittsburgh, Heinz Hall, January 16, 2016
Friday, January 15, 2016
Erich Kästner: Der Herr aus Glas
Um so schöner, wenn es von einem dieser Herren neues Futter gibt. Schon 2013 hatte der Zürcher Atrium-Verlag (der seinerzeit im Prinzip nur gegründet wurde, damit Kästner während der Zeit seines Schreibverbotes publizieren konnte) die ungekürzte Fassung von Fabian veröffentlicht. Die Geschichte war 1931 zum Teil sinnentstellend gekürzt und entschärft erschienen und das Originalmanuskript galt als verschollen. Es ist eine Kopie gefunden worden, und nun liegt Kästners Roman in einer von Sven Hanuschek kommentierten Fassung unter ihrem ursprünglich vorgesehenen Titel Der Gang vor die Hunde vor. Einige der Kürzungen gehen von mir aus in Ordnung, aber einige wichtige Handlungsdetails werden erst jetzt, da die bislang fehlenden Teile wieder da sind, klar. Wer sich für die Situation und Lebensgefühl in der Endzeit der Weimarer Republik, kurz bevor die Nazis übernahmen, interessiert, wird hier in jedem Fall mehr erfahren als aus manchem Geschichtsbuch.
Und jetzt, wiederum von Sven Hanuschek herausgegeben und kommentiert, liegt Der Herr aus Glas vor; eine chronologisch angelegte Sammlung von 42 Erzählungen, die Kästner zwischen 1923 und 1955 für verschiedene Tageszeitungen und Illustrierte schrieb, zum Teil unter erst kürzlich entschlüsselten Pseudonymen (etwa „Jarosmin“ oder „Emil Brüll“). Einige der Geschichten waren bereits in der neunbändigen Hanser-Werkausgabe von 1998 oder auch in dem Doppelband Gemischte Gefühle von 1989 (noch in der DDR erschienen) enthalten, aber die meisten erscheinen hier erstmals in Buchform.
Vielen dieser Stories merkt man an, dass Kästner sie als Skizzen für später ausgearbeitete Langwerke oder als eine Art Schreiblabor angesehen hat, in dem er Ideen durchspielt und auf ihre Tauglichkeit testet. So findet man etwa unter der Überschrift „Inferno im Hotel“ (1927 im „Berliner Tageblatt“ erschienen) eine noch völlig unkomische Skizze, aus deren Motiven 1934 die (immer noch wunderschöne) Romankomödie Drei Männer im Schnee entstand. Und wenn ein „Sergeant Aurich“ auftaucht, dann muss man Kästnerkennern nicht erzählen, in welchem späteren Gedicht die Story ihre Endform fand („Sergeant Waurich“). Andere Kurzgeschichten sind blanker Nonsens, tragikomisch oder von einer surrealen Realitätsverliebtheit, die mich nicht selten an Kurzgeschichten von Franz Hohler erinnert. Die für Kästner typische Melancholie und (manchmal etwas arge) Sentimentalität steht über allen Geschichten, wird aber in aller Regel durch den ebenso typischen kästnerschen Humor aufgefangen. Dazwischen stehen auch Geschichten, die eher Tagebuchnotizen sind, etwa „Mutter bringt die Wäsche“ (1947 in der „Neuen Zeitung“ erschienen), die die vollkommene Fassungs- und emotionale Hilflosigkeit von Kästners Mutter schildert, als diese Kästners ausgebombtes Haus in Berlin nicht mehr betreten kann. Vor solchen Texten steht man mit Schluckbeschwerden. Und mindestens so interessant ist, wie Kästner diese (wahre) Episode in eine andere (erfundene) Kurzgeschichte („Berliner Hetärengespräch“) transformiert, die dann letztlich wohl eine Szene für die Münchener Kabarettbühne „Kleine Freiheit“ wurde. Und es gibt sehr selbstreflektive Texte, die als „Briefe an mich selbst“ firmieren und in denen Kästner seine erzählerische Eleganz für kurze Zeit aufgibt. Die lassen ahnen, wie er bei aller Hektik und Betriebsamkeit, die ihn wohl ständig umgab, tatsächlich getickt hat — ein Effekt, den ich sonst nur aus dem Blauen Buch kenne.
Nicht alle der hier vorgelegten Geschichten stammen aus der ganz obersten Schublade. Das macht aber nichts, denn interessant sind sie doch alle. Möglicherweise werden es auch nicht die letzten sein, denn noch immer sind nicht alle Kästnerschen Pseudonyme bekannt oder mit Sicherheit entschlüsselt, und es dürfte weitere Werke Kästners geben, die noch der Entdeckung harren. Ich freu mich drauf.
Erich Kästner:
Der Herr aus Glas
Atrium-Verlag, Zürich 2015
ISBN 978-3-85535-411-5
(Diese Besprechung erschien zuerst bei manafonistas.de)
Thursday, December 24, 2015
Little Star (Shine On Us Tonight)
(Scroll down for English version)
Weil es nun mal wieder diese Jahreszeit ist: Lea & Chess singen "Little Star (Shine On Us Tonight)".
Ein wunderbarer Weihnachtsohrwurm, aufgenommen von Joe Meek in seinem Schlafzimmerstudio in der Londoner Holloway Road 304, dem Klang nach wohl um 1964. Eine Nummer aus Meeks Nachlass, nie auf Platte erschienen (wie man am Einzählen hört), enthält aber alles, was Meek an Verzerrungen, Übersteuerungen, Kompression bis zum Gehtnichtmehr, "heavenly choir", Kathedralhall und Speed-Up-Effekten in seinem Zauberkasten hatte.
Welche Band hier spielt — keiner weiß es genau, es dürften aber mit ziemlicher Sicherheit The Outlaws gewesen sein. Wäre dem so, dann wäre Ritchie Blackmore an der Gitarre dabei.
Wer den Song geschrieben hat, ist auch nicht so ganz geklärt, wahrscheinlich aber war es Meek selbst, für mich jedenfalls klingen Melodie und Text sehr nach ihm. Am Klavier hören wir in jedem Fall Joes Hauspianisten Geoff Goddard. Da bin ich mir ganz sicher.
Und Lea & Chess, die Sängerinnen? Lange Zeit wusste niemand, wer hinter diesen Namen steckte. Nun denn also, dies dürften sie gewesen sein:
Wie auch immer: Joe Meek shall inherit the Earth. Auch 2016.
Little Star, you've seen it all
Cities rise and cities fall
Oh shine on us tonight!
Schöne Feiertage!
(Dieser Blogeintrag wurde zuerst veröffentlicht auf manafonistas.de)
Because it's this time of the year: Lea & Chess sing "Little Star (Shine On Us Tonight)".
Wonderful Christmas ear candy, recorded by Joe Meek in his bedroom studio at London's Holloway Road 304, as the sound suggests, probably around 1964. It's a number from Meek's estate, never released on a record (as the counting-in shows), but it has all the distortions, clippings, compression until the cows come home, "heavenly choir", cathedral reverb and speed-up effects Meek had in his magic toolbox.
Which band is playing here — nobody knows for sure, but in all probability it should be The Outlaws. Would this be true, then the guitarist is Ritchie Blackmore.
It's also not quite clear who wrote this song, but I'm quite sure it was Meek himself, at least for me melody and lyrics sound very much like him. The piano player, however, is Joe's in-house pianist Geoff Goddard. I'm very sure about that.
And Lea & Chess, the singers? Long time nobody knew who was hidden behind these names. Well then, in all probability here they are:
However: Joe Meek shall inherit the Earth. Also in 2016.
Little Star, you've seen it all
Cities rise and cities fall
Oh shine on us tonight!
Happy Holidays!
(this blog entry was first published on manafonistas.de)
Weil es nun mal wieder diese Jahreszeit ist: Lea & Chess singen "Little Star (Shine On Us Tonight)".
Ein wunderbarer Weihnachtsohrwurm, aufgenommen von Joe Meek in seinem Schlafzimmerstudio in der Londoner Holloway Road 304, dem Klang nach wohl um 1964. Eine Nummer aus Meeks Nachlass, nie auf Platte erschienen (wie man am Einzählen hört), enthält aber alles, was Meek an Verzerrungen, Übersteuerungen, Kompression bis zum Gehtnichtmehr, "heavenly choir", Kathedralhall und Speed-Up-Effekten in seinem Zauberkasten hatte.
Welche Band hier spielt — keiner weiß es genau, es dürften aber mit ziemlicher Sicherheit The Outlaws gewesen sein. Wäre dem so, dann wäre Ritchie Blackmore an der Gitarre dabei.
Wer den Song geschrieben hat, ist auch nicht so ganz geklärt, wahrscheinlich aber war es Meek selbst, für mich jedenfalls klingen Melodie und Text sehr nach ihm. Am Klavier hören wir in jedem Fall Joes Hauspianisten Geoff Goddard. Da bin ich mir ganz sicher.
Und Lea & Chess, die Sängerinnen? Lange Zeit wusste niemand, wer hinter diesen Namen steckte. Nun denn also, dies dürften sie gewesen sein:
Maggie Stredder und Gloria George, in
Musiker- und Produzentenkreisen damals wohlbekannt unter dem Namen The Ladybirds.
Sie waren ein sehr
aktives Backup-Duo, ihr wohl prominentester Einsatz dürfte der Backup-Gesang auf Jimi Hendrix' "Hey Joe" gewesen sein. Joe Meek hat die Ladybirds immer mal wieder zu Studiosessions für seinen legendären "heavenly choir" angeheuert.
Meek produzierte mit den beiden auch die Titel "Dumb Head", die Coverversion eines amerikanischen Originals von Ginny Arnell, und "Boy Trouble",
ursprünglich von den Rev-Lons aufgenommen. Diese Tracks erschienen
unter dem Namen The Sharades. Beide floppten, aber immerhin: Es gab sie
auf Platte. Nicht ganz klar ist, ob Meek die beiden auch noch als Flip
& The Dateliners ins Rennen schickte; den Song "Mama Didn’t Lie" haben sie zwar aufgenommen, er blieb aber ebenso unveröffentlicht wie der "Little Star".
Little Star, you've seen it all
Cities rise and cities fall
Oh shine on us tonight!
Schöne Feiertage!
(Dieser Blogeintrag wurde zuerst veröffentlicht auf manafonistas.de)
*
Because it's this time of the year: Lea & Chess sing "Little Star (Shine On Us Tonight)".
Wonderful Christmas ear candy, recorded by Joe Meek in his bedroom studio at London's Holloway Road 304, as the sound suggests, probably around 1964. It's a number from Meek's estate, never released on a record (as the counting-in shows), but it has all the distortions, clippings, compression until the cows come home, "heavenly choir", cathedral reverb and speed-up effects Meek had in his magic toolbox.
Which band is playing here — nobody knows for sure, but in all probability it should be The Outlaws. Would this be true, then the guitarist is Ritchie Blackmore.
It's also not quite clear who wrote this song, but I'm quite sure it was Meek himself, at least for me melody and lyrics sound very much like him. The piano player, however, is Joe's in-house pianist Geoff Goddard. I'm very sure about that.
And Lea & Chess, the singers? Long time nobody knew who was hidden behind these names. Well then, in all probability here they are:
Maggie Stredder and Gloria George, at the then time well-known by musicians and producers as The Ladybirds.
They were very active as a backup duo, their probably best known entry are the backup vocals on Jimi Hendrix' "Hey Joe". Joe Meek hired the Ladybirds from time to time as his legendary "heavenly choir" for recording sessions.
With the two of them Meek also produced the tunes "Dumb Head", the cover version of an American original by Ginny Arnell, and "Boy Trouble", originally recorded by The Rev-Lons. These tracks were released under the name The Sharades. Both flopped, but at least they made it onto a record. It might be that Meek also tried to set them up as Flip & The Dateliners, but this is unclear; they recorded the song "Mama Didn’t Lie", but it remained unreleased -- as well as "Little Star".
However: Joe Meek shall inherit the Earth. Also in 2016.
Little Star, you've seen it all
Cities rise and cities fall
Oh shine on us tonight!
Happy Holidays!
(this blog entry was first published on manafonistas.de)
Monday, December 21, 2015
Medienphrasen 2015
Alle Jahre wieder: Abgedroschene und sinnentleerte Dauerphrasen in deutschen Medien.
- Schwarze Null
- rechtspopulistisch
- nachhaltig
- schillernde Persönlichkeit
- mit vielen Gesichtern
- forderte x Tote
- Wertschätzung
- legendär/Legende
- kein Ponyhof
- Sondierungsgespräche
- Kellerduell
- grünes Licht
- zeitnah
- Urgestein
- mit Hochdruck
- absegnen
- Zeichen stehen auf Sturm
- gebetsmühlenartig
- auf einem guten Weg
- Hinter. Jedem. Wort. Ein. Punkt.
- nicht schlecht staunen
- völlig falsches Signal
- Willkommenskultur
- Asylkritiker
- liest sich wie ein Who's Who
- Leuchtturmprojekt
- fiebern, mitfiebern, im X-Fieber
- durchgewinkt
- geschockt
- sagte gegenüber
- schallende Ohrfeige
- die Kuh vom Eis holen
- Wetterchaos
- Quecksilber steigt/fällt
- wie durch ein Wunder
- oh man
- volle Härte des Rechtsstaates
- schwere Verwüstung
- kein Blumentopf zu gewinnen
- Wir müssen reden
Letzteres dann ganz sicher auch wieder nächstes Jahr.
Saturday, December 19, 2015
Harmonia - live 1975
(Scroll down for English version)
Im Fernsehen läuft an diesem Abend Sie kamen von jenseits des Weltraums. Im Kulturzentrum „Fabrik“ in Hamburg-Altona spielt Harmonia. Diese Band kommt nicht von jenseits des Weltraums, sondern aus dem Dörfchen Forst im Weserbergland, aber das ist für die meisten Hamburger so ziemlich dasselbe. Und auch, wenn der Name eher an einen volkstümlichen Gesangverein denken lässt: Die Musik von Harmonia ist utopischer als der Film.
Im Fernsehen läuft an diesem Abend Sie kamen von jenseits des Weltraums. Im Kulturzentrum „Fabrik“ in Hamburg-Altona spielt Harmonia. Diese Band kommt nicht von jenseits des Weltraums, sondern aus dem Dörfchen Forst im Weserbergland, aber das ist für die meisten Hamburger so ziemlich dasselbe. Und auch, wenn der Name eher an einen volkstümlichen Gesangverein denken lässt: Die Musik von Harmonia ist utopischer als der Film.
Harmonia
gehört zu jenen Bands, die vor ihren Auftritten nicht genau wissen, was sie
spielen werden. Das kann zu endlosem Genudel führen, es kann aber auch hypnotische
Momente erzeugen, wie sie nur aus dem freien Zusammenspiel heraus entstehen
können. An diesem Abend des Jahres 1975 funktioniert es.
Weil
die Gestalt des alten Fabrikgebäudes es anbietet, spielt die Band auf zwei
Ebenen. Links vor der Bühne Michael Rother mit seiner leopardenfellgemusterten Fender
Mustang, die vormals dem Kraftwerker Florian Schneider gehört hat. Rechts Hans-Joachim
Roedelius an seinem Elektronikturm. Oben auf der Bühne das Markenzeichen der
Band, der Sonnenschirm mit den bunten Glühbirnchen. Unter dem Schirm Dieter
Moebius, auch er gebietet über eine Elektronikburg. Und ein Schlagzeug steht auf
der Bühne. Das kommt aber erst in der zweiten Hälfte des Abends zum Einsatz. DeLuxe,
die zweite LP der Band, ist gerade erschienen, und auf ihr trommelt als Gast Guru
Guru-Schlagzeuger Mani Neumeier. Der kann an diesem Abend nicht dabeisein, Lutz
Oldemeier nimmt seine Stelle ein. Oldemeier kommt eigentlich aus einer anderen
musikalischen Ecke, von den Jazzrockern Aera und Missus Beastly, aber seine
Spielweise fügt sich auch in die Musik von Harmonia ein. Der Dämpfung wegen ist
sein Schlagzeug mit weißen Tüchern abgedeckt. Ein alter Trick, den auch Ringo
Starr schon draufhatte. Harmonia nämlich spielt leise – so leise, dass das
ungedämpfte Instrument unangenehm aus dem Klangbild herausfallen würde. Einzig
im Schlussstück des regulären Teils zieht die Band ihre Lautstärke für ein paar
Augenblicke kräftig an.
In der Zugabe
spielt Harmonia dann wieder etwas Leises: „Es war einmal“ vom Cluster-Album Sowiesoso. Wie immer zu
fortgeschrittener Stunde in der „Fabrik“ vermischen sich die Klänge der Musik zunehmend
mit dem Klirren der auf dem Boden abgestellten Biergläser, die von
umherwandernden Zuschauern umgestoßen werden.
Eine
vom Publikum geforderte weitere Zugabe gibt es nicht, statt dessen ruft Roedelius
zur allgemeinen Erheiterung in den Raum: „Macht ihr doch mal was!“ Aus den
Hauslautsprechern tönt Lou Reeds Transformer, die Platte, die hier
allabendlich signalisiert: Wir möchten jetzt Feierabend machen.
Es sind
nicht viele Zuschauer da an diesem Abend, vielleicht 50 oder 60. Immerhin ein
paar mehr als die legendären 16, die auf dem Album Live 1974 das Publikum bilden. Und auch, wenn ich mich nach den vier
Jahrzehnten, die das alles jetzt her ist, an viele Details nicht mehr erinnern
kann: Das Konzert als Ganzes ist mir bis heute im Gedächtnis geblieben. Es gibt
nicht viele Konzerte, von denen ich das sagen könnte.
(Gesendet in "Klanghorizonte",
Deutschlandfunk, 19. Dezember 2015)
*
Tonight, They Came From Beyond Space is shown on German TV. In the communication center "Fabrik" in Hamburg's neighborhood of Altona, Harmonia plays. This band does not come from beyond space but from a tiny little village named Forst in the Weserbergland area in Lower Saxony, but for most citizens of Hamburg this is no big difference anyways. And may the name remind to a folksy choral society: The music of Harmonia for sure is more utopian than the movie.
Harmonia is one of those bands who don't know exactly what they will play when they take the stage. Sometimes this results in endless ramblings, but it can also lead to hypnotic moments that can only be produced by free interaction. On this evening in 1975 it works.
Because the shape of the old factory building suggests it, the band plays on two levels. On the left side in front of the stage there's Michael Rother with his leopard-spotted Fender Mustang that formerly was owned by Kraftwerk member Florian Schneider. On the right side Hans-Joachim Roedelius at his tower of electronic devices. Onstage there's the trademark of the band, the parasol with several colored light bulbs. Under this parasol, Dieter Moebius reigns over a castle of electronics. And a drum kit is put up on the stage, but it will be used not before the second half of the evening starts. DeLuxe, the second album of Harmonia, has just been released, and guest musician Mani Neumeier plays the drums on it. As he can't join the band this evening, Lutz Oldemeier takes his place. Actually, Oldemeier comes from a different musical area, from jazz rockers Aera and Missus Beastly, but his style fits well into the music of Harmonia. For cushioning reasons his kit is covered with white cloth. An old trick, even Ringo Starr already knew how to make use of it. It's done because Harmonia plays on a low volume -- so low that the sound of the uncovered drums would too much step out of the line. Only at the final of their last regular track the band pumps up the volume for a couple of moments.
The encore is soft again: "Es war einmal", from the Cluster album Sowiesoso. As always when it gets later at the "Fabrik", the sounds of the music mingle more and more with the sounds of smashing beer glasses, tipped over by spectators walking around.
The audience wants a second encore, but instead of playing another track, Roedelius, to the amused pleasure of the audience, shouts out: "I think it's your turn now!" Over the in-house PA system, Lou Reed's Transformer starts, the record that signals on every evening: We would like to clock off now.
There are not many spectators at the "Fabrik" this evening, maybe 50 or 60. At least a couple more than the legendary 16 that were the audience on Harmonia's Live 1974 album. And even if there are many details I can't remember anymore after the four decades this is ago now: The concert as a whole still sticks in my mind. There are not too many concerts I could say that about.
(broadcasted in "Klanghorizonte",
Deutschlandfunk, December 19, 2015)
Harmonia is one of those bands who don't know exactly what they will play when they take the stage. Sometimes this results in endless ramblings, but it can also lead to hypnotic moments that can only be produced by free interaction. On this evening in 1975 it works.
Because the shape of the old factory building suggests it, the band plays on two levels. On the left side in front of the stage there's Michael Rother with his leopard-spotted Fender Mustang that formerly was owned by Kraftwerk member Florian Schneider. On the right side Hans-Joachim Roedelius at his tower of electronic devices. Onstage there's the trademark of the band, the parasol with several colored light bulbs. Under this parasol, Dieter Moebius reigns over a castle of electronics. And a drum kit is put up on the stage, but it will be used not before the second half of the evening starts. DeLuxe, the second album of Harmonia, has just been released, and guest musician Mani Neumeier plays the drums on it. As he can't join the band this evening, Lutz Oldemeier takes his place. Actually, Oldemeier comes from a different musical area, from jazz rockers Aera and Missus Beastly, but his style fits well into the music of Harmonia. For cushioning reasons his kit is covered with white cloth. An old trick, even Ringo Starr already knew how to make use of it. It's done because Harmonia plays on a low volume -- so low that the sound of the uncovered drums would too much step out of the line. Only at the final of their last regular track the band pumps up the volume for a couple of moments.
The encore is soft again: "Es war einmal", from the Cluster album Sowiesoso. As always when it gets later at the "Fabrik", the sounds of the music mingle more and more with the sounds of smashing beer glasses, tipped over by spectators walking around.
The audience wants a second encore, but instead of playing another track, Roedelius, to the amused pleasure of the audience, shouts out: "I think it's your turn now!" Over the in-house PA system, Lou Reed's Transformer starts, the record that signals on every evening: We would like to clock off now.
There are not many spectators at the "Fabrik" this evening, maybe 50 or 60. At least a couple more than the legendary 16 that were the audience on Harmonia's Live 1974 album. And even if there are many details I can't remember anymore after the four decades this is ago now: The concert as a whole still sticks in my mind. There are not too many concerts I could say that about.
(broadcasted in "Klanghorizonte",
Deutschlandfunk, December 19, 2015)
Wednesday, December 2, 2015
My Albums 2015
2015:
- Laurie Anderson: Heart of a Dog
- William Basinski: Cascade
- Food: This is not a Miracle
- Florian Fricke / Popol Vuh: Piano / Kailash – Pilgrimage to the Throne of Gods
- Gov’t Mule feat. John Scofield: Sco-Mule
- Harmonia: Documents ’75
- Mette Henriette: Mette Henriette
- Terry Riley: Sunrise of the Planetary Dream Collector (Kronos Quartet)
- David Torn: Only Sky
Rediscovered:
- Blue Chip Orchestra: Blue Danube – Donau so blau (1991)
- Helmut Lachenmann: Das Mädchen mit den Schwefelhölzern (2002)
- Lightwave: Nachtmusik (1990)
- Detlev Müller-Siemens: Under Neonlight II (1985)
- Sir Douglas Quintet: Sir Douglas Quintet is back! (1962-64)
- Wolfgang: Aus Abrahams Bude (1971)
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