bilingual/zweisprachig

Tuesday, November 13, 2018

Wolfgang Schlüter 1933-2018



One of the great ones on vibraphone and marimba has left us. Rest in peace and thank you for the music.




NDR radio has an obituary here (German language)

Thursday, October 18, 2018

Jorma Kaukonen: Been So Long




Dies ist die Autobiografie von Jorma Ludwik Kaukonen, dem Gitarristen vorrangig von Jefferson Airplane und deren noch heute aktivem Ableger Hot Tuna. Jorma ist 1940 in den USA als Sohn finnischer und schwedischer Einwanderer geboren. Sein Vater war im diplomatischen Dienst, was immer wieder einmal zu Umzügen der Familie führte; unter anderem lebte, lernte und studierte Jorma auf den Philippinen und in Pakistan. Unter anderem studierte er Soziologie, hatte aber kein klares Berufsziel und rutschte irgendwie ins Gitarrenspiel hinein.

Seine Vorliebe für alte Blues-Shouter und Leute wie Buddy Holly brachte Jorma schließlich zu einem Lehrer, der ihm das Fingerpicking beibrachte, eine Spieltechnik, die er bis heute virtuos draufhat. Seine erste Band hatte er 1957; schon damals dabei war der kaum weniger virtuose Bassist Jack Casady, mit dem Jorma eine enge Freundschaft verband und der dann konsequenterweise ebenfalls bei den Airplanes landete. Weil der Name Jorma von philippinischen Lehrern, Behörden etc. als "verdächtig russisch" angesehen wurde, nannte er sich zeitweilig auch Jerry. In San Francisco wurde er der Gitarrenbegleiter der frühen Janis Joplin; bei Fans bekannt sind die "Typewriter Tapes" von 1964, bei denen die beiden in Jormas Wohnung eine kleine Session veranstalten, während im Hintergrund Jormas damalige Frau Margareta auf der Schreibmaschine tippt (man findet die Aufnahmen leicht im Internet, aber auch auf der Janis-CD-Box sind einige davon zu hören).

Eigentlich, so sollte man meinen, müsste das schon eine Menge interessanten Erzählstoff ergeben. Kaukonen bleibt aber sowohl in dieser frühen Zeit als auch später vorrangig bei seiner eigenen Person. Er macht tatsächlich genau das, was er im Vorwort selbst ankündigt, insofern kann man sich nicht beklagen. Aber trotzdem: Man würde herzlich gern mehr erfahren über die Airplane-Mitmusiker, über die Atmosphäre der 60er Jahre, Woodstock, Altamont (wo die Hells Angels den Airplane-Sänger Marty Balin zusammenschlugen), man wüsste z.B. auch gern, was Jorma, der jüdischen Glaubens ist, dazu gebracht hat, jahrelang ausgrechnet ein Hakenkreuzamulett um den Hals zu tragen (deutlich etwa im Woodstock-Film zu erkennen). -- Ja, man weiß natürlich, dass das Hakenkreuz ein schon viele älteres Symbol ist, aber dennoch ... Es gibt Symbole, die verbrannt sind, die man nicht mehr verwenden kann, egal, wofür sie vorher mal standen, und jemand, der Soziologie studiert hat, müsste das eigentlich wissen. Leider kommt dazu kein Wort. Man wartet überhaupt ständig darauf, dass nun aber wirklich bald mal die interessanten Stories kommen, aber nein: Die Informationen bleiben dünn, spärlich und unterhalb dessen, was man schon in Wikipedia oder in Jeff Tamarkins Airplane-Bio findet. Interessant höchstens, wie geschäftsmäßig diese Band agierte und ihre Mitglieder miteinander umgingen, während sie nach außen geradezu als Prototypen des Hippietums galten. Aber das wussten die Langzeitfans auch schon vor diesem Buch. Klar wird schnell, dass die Airplanes eher eine Episode als eine Lebensaufgabe waren, Jormas eigentliche Liebe ist Hot Tuna. Das wird immer wieder deutlich. Bei Jefferson Starship war er konsequenterweise nicht mehr dabei.

Statt dessen hören wir die Story einer fürchterlich aus dem Ruder laufenden Ehe mit einer offenbar unkontrollierten und nicht selten gewalttätigen Frau, während beide Partner nicht wissen, wie sie da herauskommen sollen -- und merkwürdigerweise scheint es ihnen eigentlich sogar egal zu sein. Bis er dann schließlich auf Vanessa trifft, mit der er noch heute verheiratet ist. Man erfährt von Jormas immer wieder betonter Leidenschaft zu fahren, sei es im Auto, auf dem Motorrad oder dem Fahrrad -- da ist Jorma ziemlich amerikanisch: Zu den typischen Verhaltensweisen vieler Amerikaner (das habe ich hier inzwischen gelernt) gehört das Fahren als solches; es geht nicht darum, wohin man fährt, das Entscheidende ist das Erlebnis der Bewegung selbst. Die Weite des Landes scheint das nahezulegen. Autos, Motorräder, besonders aber auch Schlittschuhe (die ihn u.a. immer wieder nach Inzell reisen lassen) nehmen in dem Buch denn auch breiten Raum ein. Unterbrochen wird der heute geschriebene Text immer wieder von Songlyrics, die aus Jormas jeweiliger Lebenssituation heraus entstanden sind, und von Tagebuchausschnitten, die in Kursivschrift herausgehoben sind (was sehr anstrengend zu lesen ist).

Im letzten Drittel rutscht das Buch mehr und mehr ins Bekenntnishafte ab und zieht sich wie Kaugummi. Ja, er hat Drogen genommen, ja, er hat seine Partnerinnen betrogen, ja, er war Alkoholiker, ja, er war ziellos ... irgendwie kennt man das alles, dazu mehren sich mit zunehmendem Alter naturgemäß auch noch die Todesfälle. Und so leid einem das alles auf der persönlichen Ebene auch tut, es ist letztlich nicht sehr interesant.

Immerhin hat er es aber geschafft, aus diesen diversen Schlamasseln rauszukommen, und da freut man sich mit. Jorma Kaukonen ist heute 78 und lebt mit seiner Familie im Südosten Ohios auf einer "Fur Peace Ranch" genannten Institution, die Ranch, Gitarrenschule, Tonstudio, Musikbibliothek und Konzertsaal ist und in der er Wochenendkurse für Gitarrenschüler gibt. Dazu tourt er nach wie vor mit Jack Casady als Hot Tuna oder als Solokünstler.

Ein Buch für Fans. Es liest sich ein wenig schleppend, gelegentlich ausgewalzt, ist aber zu bewältigen. Zu dem Buch gehören die vollständigen Hot-Tuna-Lyrics und eine CD mit fünf Gitarrentracks, ein Vorwort kommt von Grace Slick, ein Nachwort von Jack Casady. Wer seinem Blog folgen will, findet diesen hier.

Hier dann noch des Dichters genialische Signatur:







Jorma Kaukonen:
Been So Long -- My Life And Music
St. Martin's Press, New York 2018
ISBN 978-1-250-12548-4


Dieser Blogeintrag erschien zuerst in manafonistas.de.

Saturday, September 8, 2018

The Manhattan Transfer: The Junction




"The Junction" -- das ist natürlich ein freundliches Kopfnicken in Richtung ihres Signature-Klassikers "Tuxedo Junction". Und in der Tat spielen die vier in dem Stück mit Samples ihrer selbst. Das tun sie allerdings auch schon im Eingangsstück, wie bereits der Titel verrät: "Cantaloop (Flip Out)" -- sozusagen die Coverversion einer Coverversion, denn natürlich ist das eine vokalisierte Version des 1993er Sample-Raps "Cantaloop (Flip Fantasia)" von Us3, das wiederum auf Herbie Hancocks "Cantaloupe Island" zurückgeht. Manhattan Transfer liebt dieses Spiel. Nicht von ungefähr hat ihnen ihr Album Vocalese seinerzeit (1985) nicht weniger als zwölf Grammy-Nominierungen eingebracht.

Manhattan Transfer gibt es, wenn man die allererste, schnell wieder aufgelöste Besetzung mal vergisst, seit 1972. Seit dem Chick Corea Songbook von 2009 gab es nichts Neues mehr zu hören, und nach dem Tod ihres Gründers und Masterminds Tim Hauser im Jahre 2014 hätte ich nicht mehr damit gerechnet, dass überhaupt noch etwas käme, zumal die verbliebenen Mitglieder das offizielle Rentenalter auch bereits überschritten haben. Aber weit gefehlt: Janis Siegel, Cheryl Bentyne und Alan Paul haben weitergemacht, und sie sind nicht den bequemen Weg gegangen, eine Stimme zu suchen, die "so ähnlich" wie Hausers klingt, sondern haben sich mit Trist Curless einen Sänger geholt, dessen Stimme den vertrauten Ensembleklang hörbar verändert. "The Junction" ist sein Einstieg; das Stück ist von ihm geschrieben und arrangiert. Gleichzeitig sprengen die vier ihren gewohnten (und nach wie vor laserscharfen) Harmonie-Quartettklang verstärkt in Einzelleistungen auf. Der Produzent des Albums, Mervyn Warren, verstärkt dies noch mit gelegentlich harten Beats und indem er die Stimmen durch modernste Studiotechnik jagt -- manchmal mit ein bisschen zuviel Autotune, das für meinen Geschmack hier völlig überflüssig ist.

Auf The Junction wechseln sich Coverversionen und Eigenkompositionen ab. Besonders hervorzuheben das spukige "Blues for Harry Bosch", von Cheryl Bentyne geschrieben und leadgesungen, und eine Coverversion von "The Man Who Sailed Around His Soul", im Original von XTC, bei dem die Transfers einen Backgroundchor singen, der fast mikrotonale Züge trägt. Aber auch Klassiker wie "Tequila/The Way of Booze" (Alan Paul hat genau die richtige Stimme dafür) oder "Ugly Man" (im Original von Rickie Lee Jones) mischen sich wunderbar mit dem Bossa-Nova-orientierten "Sometimes I Do" und dem brettharten "Shake Ya Boogie" (Janis Siegel singt), das die Band, wenn ich nicht ganz irre, schon seit einiger Zeit im Live-Repertoire hatte, das aber jetzt erstmals auf Platte auftaucht -- und nicht umsonst als "Galactic Vocal Version" bezeichnet ist.

Ich weiß ja nicht, was dieses Jahr noch kommt, aber ich würde mich nicht wundern, wenn The Junction im Dezember unter meinen Alben des Jahres auftauchen würde. Möglicherweise sogar ziemlich weit oben.

Friday, August 17, 2018

Adman

Die Themenausstellungen im Andy-Warhol-Museum in Pittsburgh sind normalerweise sorgfältig kuratiert und lohnen den Besuch. Das Museum hat offenkundig früh begonnen, Exponate zusammenzukaufen und verfügt daher heute über eine Sammlung, die unbezahlbar sein dürfte.

Die derzeit noch bis September gezeigte Ausstellung "Adman -- Warhol before Pop" über Warhols Anfänge als Werbegrafiker in New York zwischen 1958 und ungefähr 1964 ist ausnahmsweise mal nicht so geglückt. Dabei ist das Thema gar nicht uninteressant. Der Mann muss ziemlich gut gewesen sein als Young Urban Professional. Auch gegen die Exponate lässt sich eigentlich nichts einwenden, außer dass es vielleicht zu viele Schuhe und zu wenige Plattencover sind. In vielen Fällen kann man wahrscheinlich von Glück sagen, dass sie überhaupt erhalten sind -- damals hat sie ja niemand als "Kunst" gesehen. Aber offensichtlich hat Warhol schon damals John Cages Empfehlung für Studenten beherzigt: "Keep everything."

Der Haken in diesem Fall ist die Tatsache, dass man das fast alles schon als Teil der normalen Dauerausstellung gesehen hat, nur dass es diesmal unter einer neuen Überschrift zusammengefasst ist. Ein bisschen dünn, alles in allem.

Immerhin, hier das Glanzstück der Ausstellung:




Eine von Warhol entworfene und gemalte Markise, die 1960 über dem Schaufenster der Lederwarenfirma Fleming-Joffe in New York angebracht war. Das Original! Erstaunlich genug, dass dieses Ding, das draußen ja Wind und Wetter ausgesetzt war, nicht nur erhalten geblieben ist, sondern sogar noch gut erkennbare Züge hat.

Übrigens, später im Museumsshop sahen wir eine Besuchergruppe, fünf oder sechs Leute im Alter zwischen vielleicht 18 bis Mitte 20. Beim Wühlen in den T-Shirts mit der Banane drauf rätselten sie herum, was denn bitte wohl Velvet Underground gewesen sein mag. Never heard of, no idea, it doesn't say.

Von oben bis unten durch das ganze Haus zu laufen, ohne mitzubekommen, wer oder was Velvet Underground waren -- das ist schon fast wieder ein Kunststück.

Wednesday, August 15, 2018

Enno Patalas 1929-2018



Einmal, nein: zweimal hatte ich mit ihm zu tun, um 1989 muss es gewesen sein. Ich stellte ihm einige Fragen zu seiner Rekonstruktionsarbeit an Fritz Langs Metropolis, einem Film, der mich nicht nur als solcher faszinierte, sondern der auch in meiner Diss. eine nicht ganz unwesentliche Rolle spielte.

Den Brief, den er als Antwort schickte, hatte er ganz sicher höchstpersönlich auf seiner berühmten Schreibmaschine geschrieben. In irgendeiner Box müsste ich den wohl sogar noch besitzen. Ich war sehr erstaunt, wie freundlich er mit Giorgio Moroders Metropolis-Fassung umging.

In einem kurz darauf folgenden Telefonat (dem zweiten Kontakt) erklärte er mir den Grund: Der australische Sammler Harry Davidson besaß eine farbige (!) 16-mm-Kopie einer englischen Fassung des Films, die einige kurze Szenenausschnitte enthielt, die in keinem anderen Archiv zu finden waren -- u.a. die am Glockenseil schwingende Maria und der Kampf im Nachtclub um die Robot-Maria. Patalas wusste durch Kenneth Anger von dem Film, aber das Filmmuseum München, Patalas' Brötchengeber, hatte nicht die Mittel, diese Ausschnitte zu erwerben. Was Patalas nicht gelungen war, das hatte dann aber Moroder geschafft. Er stellte dem Filmmuseum diese Szenen zur Verfügung, und so konnten sie in Patalas' Rekonstruktion des Films einfließen.

Patalas war nicht allzu begeistert davon, in den Credits von Moroders Metropolis-Fassung aufzutauchen. Nachlesen lässt sich die Geschichte in Patalas' Buch "Metropolis in/aus Trümmern", erschienen 2001.

 

Enno Patalas verstarb am 7. August 2018. Hier ist ein ausführlicher Nachruf von Werner Sudendorf.

Here's the News


The Rodney & Otamatea Times
New Zealand
August 14, 1912

Fact Checking says: No fake article.

Sunday, August 5, 2018

Das merkwürdige Gefühl, die Neuauflage eines alten Buches zu lesen



Mit schätzungsweise 10, also um 1966, habe ich in der Leihbibliothek, die in Hamburg "Bücherhalle" hieß, Werner Hörnemanns Buch Die gefesselten Gespenster entdeckt.

Die Handlung spielt in einem heißen Sommer kurz nach Ende des Zweiten Weltkrieges in einer Gegend von Marseille, in der nicht die Reichen wohnen. Sieben junge Typen diverser Nationen und Hautfarben schlagen sich durch mit irgendwelchen Jobs, zum Teil auch mit sehr kleiner Kleinkriminalität, und hoffen, es werde irgendwann einmal besser werden. Einer dieser sieben Typen, der hoffnungsvolle, aber bettelarme Kunstmaler Maurice, der von seinem reichen Vater keinen Pfenning will (und der ganz offensichtlich eine Art alter ego des Verfassers ist), findet eines Tages eine Anzeige in der Zeitung: In einem Schloss in Villeneuve treten schwere Spukerscheinungen auf, die gegen saftiges Honorar beseitigt werden sollen.

Ich will jetzt die Geschichte nicht nacherzählen. Ich bin damals kopfüber in sie hineingefallen und habe sie in den Folgejahren noch einige Male wiedergelesen.

Der Autor arbeitet mit einigen karikierenden Klischees, die heute wohl als "rassistisch" gebrandmarkt würden -- Michael Ende hat dieses Phänomen ebenfalls kennengelernt. An keiner Stelle sind diese Schilderungen abwertend gemeint, und ich habe sie auch nie so empfunden. Das Buch ist erstmals 1952 erschienen -- da hießen Neger Neger, Chinesen hatten Schlitzaugen und Italiener klauten gern mal. Dabei dachte man sich damals nichts. Der Autor dürfte aus seiner persönlichen Erfahrung geschöpft haben; er hat einige Jahre dort gelebt, wo das Buch spielt, sein Beobachtungsvermögen ist bemerkenswert, und es ist offenkundig, dass er seine Charaktere mit großer Sympathie beschreibt, ihre individuellen Schicksale ebenso wie ihre Irrungen und Wirrungen. Gelegentlich merkt man pädagogische Absichten des Autors allzu deutlich, aber das hat mich damals ebenso wenig gestört wie seine gelegentliche Neigung, flapsige Dialoge um ihrer selbst willen einzubauen.

Ich habe das Buch nie selbst besessen -- bis ich es vor einigen Jahren in einer Buchhandlung durch reinen Zufall in einer Neuauflage fand (rechts im Bild). Ich konnte nicht widerstehen und habe das Buch gekauft.

Dieses Gefühl, wenn man merkt, dass nicht mehr das in dem Buch steht, was man erinnert! Dieses Gefühl, wenn man schließlich dahinterkommt, dass man versucht hat, das Buch zu modernisieren! Dialoge sind verändert. Bestimmte, für eine Person typische Begriffe (etwa Renés "Schafsnase!") tauchen nicht mehr auf. Schlimmer noch: Den Schilderungen fehlt der zeitliche Hintergrund. Vieles, was die Jungs tun, aber auch, was sie in dem Spukschloss entdecken, erklärt sich aus der Zeit, in der die Geschichte spielt. Wenn man das weglässt, schwebt die Story im Raum, etliche Handlungsfäden ergeben keinen Sinn mehr, selbst die (neuen) Zeichnungen funktionieren nicht.

Durch einen weiteren Zufall -- ich musste im Postamt eine Adresse aus dem Bonner Telefonbuch heraussuchen (damals musste man das noch, und die Postämter hatten noch alle wichtigen Telefonbücher) -- stieß ich um 1995 auf die Adresse des Autors Werner Hörnemann. Ich schickte ihm spontan eine Karte, in der ich ihm mitteilte, wie sehr ich das Buch als Kind geliebt hatte und wie enttäuschend ich die Neuauflage fand. Zwei Tage später rief er mich zu meiner Überraschung an. Er gab mir im wesentlichen recht, sagte aber, er habe keinen Einfluss auf die Gestaltung gehabt. Aus diesem Gespräch weiß ich, dass er tatsächlich in Marseille gelebt hat und dass die Jungs nicht völlig frei erfunden waren. Leider, so sagte er, habe er kein altes Exemplar mehr, sonst würde er mir eines zukommen lassen. (Werner Hörnemann ist 1997 verstorben.)

Es ließ mir keine Ruhe. Bis ich schließlich vor einiger Zeit ein gebrauchtes altes Originalexemplar im Internet gefunden habe (links im Bild) -- für, ich glaube, fünf Euronen.

Jetzt stimmt wieder alles. Die Dialoge, die Handlungsfäden, die wunderbaren Zeichnungen von Horst Lemke. Und René sagt endlich wieder "Schafsnase!"